Demografischer Wandel

HN 13. Oktober 2015
Viele Kommunen kämpfen gegen den demografischen Wandel, anstatt sich an die zukünftigen Bedingungen anzupassen

HN 8. September 2015
Schleswig-Holsteins Bevölkerung schrumpft

DIE ZEIT 9. Juli 2015
Mehr Leben aufs Land!

demos Newsletter 14. Januar 2015 
Weniger Menschen, schwindende Versorgung und der steinige Weg zu einem besseren Leben

Eine neue Studie des Berlin-Instituts beleuchtet die wachsenden
Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen. Sie zeigt, welche Hemmnisse neuen Lösungen im Weg stehen und wie mutige Personen diese mit Beharrlichkeit aus dem Weg räumen. 
Wie sich das Land neu erfindet. Mit welchen Ideen die Menschen auf dem Land das Mobilitäts- und das Nahversorgungsangebot verbessern und wie sie von der Energiewende profitieren wollen.    

demos Newsletter 09. September 2013
Teures Landleben

DIE ZEIT 18. Juli 2013
Auf der Altersinsel

Husumer Nachrichten 04. April 2012
Die große Landflucht - viele Dörfer veröden
Wenn Dörfer langsam verfallen
Schleichender Untergang
 

Ein Blick entlang der Westküste
Um es vorweg zu nehmen: die Prognosen fallen zunehmend schlechter aus. Im Vergleich zu den vorhergesagten Einwohnerrückgängen aus den Jahren 2004 und 2007 fallen die 2010 ermittelten (und im März 2011 vorgestellten) Bevölkerungsrückgänge in der Tat noch größer aus. Vorausberechnung des Statistikamtes Nord im Auftrag des Innenministeriums Schleswig-Holstein, veröffentlicht im März 2011.
Zunächst ein Blick entlang der Westküste Schleswig-Holsteins: für den Kreis Dithmarschen werden mit 7,1% stark überdurchschnittliche Einwohnerrückgänge erwartet, so auch für den Kreis Steinburg mit 7,6%. Da erscheinen die zu erwartenden Rückgänge für den Kreis Nordfriesland mit 3,6% zunächst einmal vielleicht moderat. Gemessen an den Rückgängen in gesamt Schleswig-Holstein mit 1,5% stuft das Innenministerium diese Zahlen jedoch als ‚überdurchschnittliche’ Rückgänge ein.
Schaut man diese Prognose genauer an, so wird in Nordfriesland mit einem Rückgang von unter 20jährigen um 26,1% bis 2025 gerechnet, der Anteil der Menschen über 75 Jahre wird um 51% ansteigen, siehe kleinräumige Bevölkerungsprognose aus dem Masterplan Daseinsvorsorge.

Was erwartet uns in Eiderstedt?
Die kleinräumige Bevölkerungsprognose/ Kreis Nordfriesland prognostiziert für die Halbinsel Bevölkerungsrückgänge von 5% bis 9,9% bis 2025. Das heißt: auch bei uns werden stark überdurchschnittliche Rückgänge erwartet. Damit liegen wir weit über dem Landesdurchschnitt (mit 1,5%) und dem Kreisdurchschnitt in Nordfriesland mit einem Minus von 3,6%.
Der demographische Wandel bedeutet in Eiderstedt weniger, dass die Bevölkerung deutlich abnimmt, sondern dass der Anteil der Älteren immer größer wird, während der Nachwuchs fehlt. War noch 1970 jeder 50. über 80 Jahre alt, war es bereits 2014 jeder 20. Im Jahr 2060 wird jeder 7. Eiderstedter über 80 Jahre alt sein! Dies hat Auswirkungen auf die medizinische Versorgung, die Grundversorgung, aber auch auf das Vereinsleben und den sozialen Zusammenhalt.
Die Herausforderungen für Eiderstedt sind also erheblich und zählen zu den wichtigsten Aufgaben. Kompetentes, zukunftsfähiges Handeln der Entscheidungsträger ist dringend erforderlich, wenn wir keine abgehängte Region werden wollen.

Auswirkungen des demografischen Wandels sind bereits heute in vielen Lebensbereichen spürbar: Schulen und Geschäfte schließen, Feuerwehren und Vereine haben Nachwuchssorgen, kleine und barrierefreie Wohnungen für Senioren fehlen, Leerstände nehmen zu, im öffentlichen Nahverkehr wird gestrichen, Wege zu Fachärzten werden weiter - um nur einige Beispiele zu nennen. Was für die Menschen in der Region wesentlich ist, hat das Eiderstedter Forum im Frühjahr 2011 zusammengetragen und vorgestellt: Was sich Bürger wünschen
 

Was tut der Kreis Nordfriesland?
Der Kreis Nordfriesland ist seit 2009 eine von vier Modellregionen in Deutschland, die am Modellvorhaben "Region schafft Zukunft" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung teilnahmen. Das Modellvorhaben setzt auf die Zukunftschancen, die sich im ländlichen Raum aus dem demografischen Wandel ergeben. Vier Regionen in Ost und West hatten sich in einem Wettbewerb für die Teilnahme qualifiziert und entwickelten gezielt Strategien für den Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels. Wie die übrigen drei Modellregionen hat auch der Kreis Nordfriesland mit Bürgerbeteiligung ein ganzheitliches demografisches Handlungskonzept entwickelt, den Masterplan Daseinsvorsorge, der 2011 einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.


Was tun die Eiderstedter Gemeinden?

Ein von der Amtsverwaltung angeregtes gemeinsames Entwicklungskonzept der Eiderstedter Gemeinden scheiterte im November 2011.

Seit 2014 gibt es einen neuen Versuch mit 10 Gemeinden im mittleren Eiderstedt einen Kooperationsraum zu schaffen. Mehr dazu finden Sie hier auf dieser Seite, im unteren Teil.

In Tating wurde 2009/2010 (auf ausdrücklichen Bürgerwunsch hin) ein ganzheitliches Entwicklungskonzept erarbeitet. Dieser ‚Wegweiser für die Gemeindeentwicklung’ wurde im Dialog mit Gemeindevertretung und Bürgern in Zukunftswerkstätten und unter Einbindung des Institutes Raum & Energie aus Wedel erarbeitet. Beobachtend begleitet und organisatorisch unterstützt wurde der Prozess durch das Amt Eiderstedt.
Entgegen aller politischer Beschlussfassungen und Lippenbekenntnisse, werden die Maßnahmen jedoch nicht umgesetzt. Anstatt, wie im Konzept mit allen Beteiligeten festgelegt, Innenentwicklung umzusetzen, wurde das nächste Baugebiet beschlossen. Anstatt runder Tische für Bürgerbeteiligung gab es 'Bürgermeisterfrühschoppen'.
Hier finden Sie alles zum Entwicklungskonzept Tating.
 


Hier können Sie sich die Bevölkerungsprognosen für die einzelnen Bundesländer interaktiv im Vergleich ansehen.